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Ein Smartphone für Mama (I)

„Tüddelkram! Ich mach das nicht! Ich brauch das nicht!“. Der Kaptain vertritt eine eindeutige Meinung. Smartphones will sie nicht. Sie hat ein Telefon und einen Computer und ein nicht-smartes Handy. Für Entertainment kommen zwei E-Reader hinzu. Smartphones mögen ihren Nutzen haben. Aber nicht für sie.

Madame und ich haben erfolgreichere Weihnachtsgeschenke verschenkt. „Aber das ganze Dorf nutzt WhatsApp..“ Beginne ich vorsichtig. „Ach was. Wenn die was wollen, wissen sie wo ich wohne. Ansonsten freue mich, nichts von ihnen zu hören.“ So ist der Stand derzeit.

Dennoch sind wir der Meinung, dass ein Smartphone sinnvoll wäre. Nicht wegen WhatsApp. Vor allem wegen des anderen Messengers, Signal. Messenger-Dienste bedeuten um Jahr 2020 einen Zugang zur Welt, der auf anderen Wegen schwieriger wird.

Der lange Weg zum Smartphone

Noch haben wir kein Gerät besorgt. Uns ist klar, dass dies einigen Aufwand bedeutet. Solange wir den Kaptain nicht im Boot haben, ist der Aufwand nicht sinnvoll.

Wir müssen den Handy-Vertrag anpassen. Der Kaptain telefoniert bisher ohne Datentarif. Was vor allem Aufwand bedeutet, da sie den Vertrag vor über zehn Jahren abgeschloss. Niemand weiß, wo die Unterlagen liegen.

Wir müssen uns auf ein Gerät einigen. Beziehungsweise: wir müssen den Kaptain von einem alten iPhone-Modell überzeugen. Und natürlich muss das Gerät fertig eingerichtet werden mit den richtigen Apps und der richtigen Schriftgröße.

Vor allem müssen wir den Kaptain überzeugen, dass sie ein solches Gerät braucht.

Warum Smartphone

Die erste Frage, die wir uns stellen: Ist dieses Smartphone mit all‘ dem Aufwand und der Umstellung, die es bedeutet, sinnvoll? Sie hat eine klare Meinung. Entwickeln wir uns nicht zu gängelnden Kindern wie dargestellt im Video „Uninvited Guests“?

Uninvited Guests from Superflux on Vimeo.

In dem Video versorgen die Kinder ihren Vater mit smartem Stock und Gabel. Die Geräte stellen sicher, dass er sich regelmäßig bewegt und gesund isst. Für ihn bedeutet das, komische Geräte greifen in seinen Alltag ein. Sie Rauben ihm den Spaß am Leben. Sie gängeln ihn. Schließlich gelingt es ihm, sich zu wehren.

Wir wollen unsere Eltern nicht dahin treiben, dass sie zum Verteidigungskampf gegen die guten Intentionen ihrer Kinder rüsten müssen.

Wir möchten gerne mit dem Kaptain Kommunizieren – ab und an ein Foto von ihr sehen. Oder von ihr hören, ohne direkt miteinander telefonieren zu müssen. Messenger-Dienste wie Signal, Threema oder WhatsApp haben Vorteile.

Und ja. Der Kaptain hat einen Computer. Aber dieser schleppt sich über die Runden. Der Rechner fällt gelegentlich eine Woche komplett aus. Spätestens dann bemerken wir, wie wesentlich E-Mail oder Online-Banking auch für den Kaptain sind. Ein Internetzugang ist wesentlich. Ein Backup-Gerät ist sinnvoll.

Das Gerät

Das Smartphone wird ein altes iPhone werden. Keine anderen Geräte sind so auf unkomplizierte Bedienfreundlichkeit ausgelegt wie Apple-Geräte. Zudem haben wir mehrere iPhones in der Familie. Die Fernwartung im Blindflug gestaltet sich einfacher, wenn man ein Zwillingsgerät vor sich hat. Da die technischen Anforderungen an das Gerät gering sind, wird es das älteste iPhone werden, das Updates bekommt.

Offene Fragen

Phone oder Tablet

Ein Telefon ist kleiner und besser transportabel und besser auf SIM-Karten-Empfang ausgelegt. Man kann damit telefonieren.Gäbe es ein Tablet, bestände die Gefahr, sie würde bei Ausflügen Telefon und Tablet mitnehmen.

Ein Tablet ist groß genug, um Symbole und Schrift groß zu ziehen. Es ist groß genug, um als E-Reader zu funktionieren.

Welche Apps?

Die Messenger-App Signal ist gesetzt. Immerhin soll sie mit uns kommunzieren. Den Messenger Signal haben wir in der Kernfamilie als den Messenger der Wahl durchgesetzt.

Größere Fragen stellen sich bei WhatsApp? Möchte der Kaptain vielleicht auch Bilder mit anderen Menschen teilen? Ist der Wunsch groß genug, um sich damit auf den Facebook-Konzern, das Imperium des Bösen, einzulassen?

Wo wir bei bösen Imperien sind: Vielleicht finden wir eine Shopping-App, die nicht Amazon ist und doch eine ähnliche unkomplizierte Auswahl bietet.

Für das Online-Banking werden wir uns kundig machen, was ihre Bank anbietet. Notfall-Apps, die mit einem Knopfdruck eine Notfallmeldung bei 112 auslösen, klingen sinnvoll. Was wir suchen ist eine App, die einfach zu bedienen Bücher und anderen lange Texte bereitstellt.

Wie weiter

Noch sind wir in der „Tüddelkram“-Phase. Wir werden sehen. Ihr werdet lesen.

Falls jemand Tipps oder praktische Erfahrungen mit der Situation oder entsprechenden Apps hat. Wir freuen uns über Reaktionen.

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