Gif, das Auseinander- und Zusammenklappen der Seitenleiste demonstriert.

Seitenleiste Wikipedia nötig?

Wikipedia soll schöner werden.

Ich sitze am Teltowkanal. An mir ziehen die Mittagspausenspaziergänger aus Finanzamt, Arbeitsamt, Ufa-Fabrik und Ullstein Castle vorbei. Ich schaue sie nur aus den Augenwinkeln heraus an. Ich lerne italienisch. Dazu wähle ich Kacheln in der Sprachlern-App „Duolingo“ aus. Duolingo gibt Sätze vor, ich klicke auf dem Handy die entsprechenden Wörter aus einer kleinen Auswahl an.

„Ich trinke den Tee“ – Ich wähle die Kacheln „Io“ und „bevo“, „il“ und „té“. „Io bevo il té.“

„Das schwarze Pferd kauft rosa Hosen“ – Il cavallo nero compra i pantaloni rosa.

„Die Vögel spielen Flöte“ – Gli uccelli sounano il flauto.

„Mario und Luigi sind Klempner“ – Mario e Luigi sono idraulici.

Ich erreiche den fortgeschrittenen Teil oder Übung. Ich darf keine Kästchen mehr anklicken. Die Wörter sind nicht vorgegeben. Ich muss selber den Text schreiben, die entsprechende grammatikalische Form kennen. In die nächste Runde komme ich erst, wenn ich den ganzen Satz fehlerfrei auf der Handytastatur tippe. Duolingo gibt vor:

„Du hast mir gesagt, dass er jeden Montag im Sommer zu ihr kommen würde, damit sie nachmittags die Kaninchen auf dem Hügel in der Stadt mit dem rohen Gemüse füttern können.“ – WHAT?

Zum Glück erlösen mich Schritte. Ich höre DJ Hüpfburg den Kiesweg am Kanal entlang laufen. Hüpfburg war kurz beim Asia-Streetfood-Wagen und hat sich die Nummer 9 gekauft (Reis mit Huhn). Sie läuft den Weg hinunter, grinsend. „Ich hoffe wir werden die PiS endlich los.“ Sie freut sich über die polnischen Präsidentschaftswahlen.

„Ist Dir aufgefallen, dass ich tiefer deutsch rede als polnisch. Hat meine Freundin letztens bemerkt. Mit der Freundin rede ich in beiden Sprachen. Habe ich nie gemerkt. Aber sie hat recht. Wenn ich deutsch rede, rutsche ich nach unten. Oder nach oben wenn ich polnisch rede.“

Ich: „Nein“.

Sie: „Du hast doch letztens von den Wildbienen und dem Befruchten erzählt. Ich hab‘ jetzt von Z gehört, dass in Japan Befruchtung per Seifenblasen getestet wird. Nicht so effektiv wie Bienen aber besser als Befruchtung von Hand. Die Seifenblasen werden mit Pollen bestäubt und dann über die Pflanzen geblasen. Stand wohl in der New York Times. Fiel mir wieder ein, als ich letztens vor dem Rathaus Schöneberg eine Hochzeit mit vielen Seifenblasen gesehen hab. Vielleicht steht ja in Deiner Wikipedia was dazu.“

„Es ist nicht meine Wikipedia!“

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Windows-Eingabemaske mit Befehl ipconfig /release

„Verbunden, kein Internet“– Was tun?

Familie Schwan paddelt auf mich zu. Eine leuchtend weiße Schwanin schwimmt voran. Ein Schwan wacht am Ende. Zwischen ihnen paddeln fünf Küken. Ich denke vor mich hin: „Die Schwanenkinder sind entgegen dem Märchen kein bisschen hässlich. Sie tragen ein elegant graues Daunenkleid, mit einem Grau-blauen-Schnabel dessen Farbe jeden Anzugmacher vor Neid erblassen lässt.“

Meine Kopie von Lenins „Was tun?“ liegt aufgeschlagen neben mir. Ich muss auf die Küken im Tempelhofer Hafenbecken achten, kann nicht lesen.

DJ Hüpfburg kommt im schwarz-weißen Sommerkleid auf mich zu. In der Hand B2 (Nudeln mit Huhn) vom Asia-Imbiss. „Schau mir ins Gesicht“, fordert sie mich auf. „Sieht die rechte Hälfte besser aus als die linke?“ Ich bin verblüfft.

Ich schaue so gut ich aus 1,5 Meter Entfernung schauen kann, finde, dass die beiden Hälften recht gleich aussehen. Hüpfburg: „Dachte ich es mir. WandWand taugt nichts.“ Mein Gesichtsausdruck sagt, dass ich nichts verstehe.

Hüpfburg erklärt. Sie gibt Webinare für zukünftige Schwiegereltern. Damit die Schwiegereltern sich in dieser Rolle zurechtfinden. Niemand will Helikopter-Schwiegereltern! Seitdem die Webinare bekannt sind, wird Hüpfburg mit Kosmetik-Werbeartikeln überhäuft. WandWand ist ein Elektronikstift, der mit Hilfe von Radiowellen die Gesichtshaut straffen soll. Sie hat ihn eine Woche auf der rechten Gesichtshälfte angewendet. Aber sie sieht keinen Unterschied.

„Ekelst Du Dich vor Füßen?“, fragt sie. Nun bin ich endgültig sprachlos. „Ach, egal. Da hinten ist Z. Die werde ich fragen.“ Ich frage „Sätt?“. Ne, „Z wie der Buchstabe. Amerikanisch ausgesprochen. Za’Shonda Zacharee Zwickenberger. Habe ich sie Dir nicht vorgestellt? Die einzige Frau, die ich kenne, die einen Master-Abschluss in Kunstturnen und Linguistischer Logik hat. An der University of Southern Arkansas in Northern Mississippi. Z wird die Hornhautsocken testen.“

Wir gehen hinüber. Ich versuche in einem Gewirr von Armen und Beinen, den Kopf zu sehen. „Hi, sorry, Competitive Yoga.“ Ich suche das Gesicht. „Wird bis 2021 noch olympisch. I need to practise.“ Jetzt sehe ich unter dem Knie die Sprecherin.

Z ergänzt: „Danke Hüpfburg für das /iprelease. Läuft super.“ Mein Gesichtsausdruck an diesem Nachmittag wird nicht intelligenter.

„Verbunden, kein Internet“

Kennst Du nicht dieses WLAN-Problem? Der WLAN-Router läuft. Die WLAN-Verbindung ist super. Aber du kommst nichts ins Internet. Wenn Du genauer schaust, steht in der Task Bar „Verbunden, kein Internet.“ Entdecken jetzt viele Leute im Home Office, wenn lauter neue Geräte im WLAN hängen. „Verbunden, kein Internet.“ Der Fluch des Home Offices.

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Wikipedia Manske Polymerase-Kettenreaktion

Der Tunnel Beyschlagsiedlung auf der Berliner Stadtautobahn dröhnt. Der Widerhall der Hupe im Tunnel scheucht kleine Tiere auf. Der Harleyfahrer mit der Kutte „Odins Olle Outlaws MC“ verreißt fast die Maschine. Sein böses Starren kann ich durch das verspiegelte Tuning-Visier am Wehrmachtshelm spüren. Madame schaut überrascht von der Wettervorhersage am Handy auf. Müsste ich nicht lenken, würde ich entschuldigend mit den Schultern zucken. Die Begeisterung übermannte mich, führte meine Hand auf die Hupe.

Der Drosten hat im Radio minutenlang Wahrscheinlichkeiten über mehrere Generationen durchgerechnet. „Wenn jeweils einer zehn ansteckt und die anderen neun nur einen und einer von zehn bleibt die Woche zufälig zu Hause, dann sind wir in der dritten Generation..“ Überschlagsrechnungen! Mathe! Im Radio! Glückswolken ziehen auf. Madame freut sich an meiner Begeisterungsfähigkeit. Sie weist darauf hin: „Im Podcast“. Drostens praktische Wahrscheinlichkeitsrechnung läuft nicht im Radio.

Der Drosten-Podcast fühlt sich an wie frühe Wikipedia. Geschichten aus dem Leben. Wissenschaft. In der Hoffnung, dass die Hörer mitdenken. Anschaulich erklärt, unterhaltsam, relevant. Vielleicht fühle ich mich auch so sehr an die frühe Wikipedia erinnert, weil Drosten in hoher Intensität „PCR“ sagt.

PCR, die Polymerase Chain Reaction, deutsche Polymerase Kettenreaktion, ist ein Verfahren der Biochemie, um bestimmtes Erbgut (DNA oder indirekt RNA) nachzuweisen. Vor allem ist das Verfahren derzeit von weltweiter Relevanz, da der Test via PCR der Goldstandard zum Nachweis des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 (SARS2) ist.

Jeder frühe Wikipedista kennt das Wort Polymerase-Kettenreaktion. Denn der Wikipedia-Artikel zum Thema gilt als erster Wikipedia-Artikel überhaupt. Wie nerdig Wikipedia war, beweist, dass das Thema PCR das Thema des ersten deutschen Wikipedia-Artikels aller Zeiten war. Es beweist, wie Wikipedia damals auf die Zukunft gerichtet war.

PCR

Allerdings. Nur weil Wikipedistas das Wort kennen, wissen sie noch lange nicht, was es bedeutet. Es ist „was biologisches“, wäre meine Auskunft bis vor SARS2 gewesen. Aber ich kann nachschlagen.

CR

Was ist PCR? Der Teil, den ich als Banause zuerst verstehe: die Kettenreaktion oder Chain reaction. Es geht um einen chemischen Prozess, bei dem etwas hergestellt wird. Aus den Ausgangsprodukten wird wieder etwas hergestellt. Aus diesen wird im nächsten Schritt wieder etwas hergestellt. In jedem Schritt verdoppelt sich die Zahl. Das Verfahren läuft exponentiell ab. Wie bei jedem exponentiellen Wachstum können innerhalb kurzer Zeit enorme Mengen erzeugt werden.

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Random Key Veracrypt

Edward Snowden, Choplifter und Verschlüsselung

Edward Snowden – Permanent Record Metropolitan Books 2019 ISBN 978-1-250-23723-1.

Deutsche AusgabePermanent Record. Meine Geschichte. S. Fischer 2019 ISBN 978-3-10-397482-9.

„Eine halbe Minute, ach was eine Minute, bin ich mit der Mouse über das Feld gefahren, um das Veracrypt-Passwort zu generieren. Aber Keepass war richtig glücklich. Das einzige Passwort, das wirklich grün war, wo Keepass leuchtete.“

DJ Hüpfburg strahlte, als sie mir ihre Back-Up-Vorrichtungen erzählt. Sie war stolz. Jeden Monat werden alle Dateien auf eine externe Festplatte geschaufelt, die sonst von Sytem und Strom getrennt ist. „Ich habe mir richtig Mühe gegeben. Das wird alles per Batch gesammelt, gezippt, in ein Verzeichnis geschaufelt und ich kann währenddessen zusehen.“

„Dann kamen mir Zweifel. Google sagt ja ‚nur Daten, die dreimal an drei verschiedenen Orten gespeichert sind, existieren wirklich‘.“

Und die Festplatte liegt in derselben Wohnung. Wenn es brennt, kann ich immer noch Pech haben. Also habe ich mich doch für eine Cloud-Lösung-entschieden. Aber verschlüsselt. Es ist immer ein Fünf-Gigabyte-Veracrypt-Container. Und wenn jemand den Schlüssel nicht hat, ist es nur Datenmüll.“

Wir trafen uns in strahlendem Sonnenschein bei gebührendem Abstand im Tempelhofer Hafen. Hüpfburg hatte die Asia-Box B3 in der Hand. Ich sah die Kormorane in der Sonne trocknen. Ich verfolgte mit Blicken das Lehr-Bötchen, auf dem anscheinend wieder Bootsfahrkurse für Anfänger stattfanden. Die Welt löste sich aus der Corona-Erstarrung. Vorsichtig, immer in Angst, etwas kaputt zu machen.

Ich hatte gerade die letzte halbe Stunde freitäglicher fast-Arbeit hinter mir. Ihr kennt das, dieses Ende, wenn man nicht mehr 100% arbeitet aber, auch noch nicht frei hat. Hüpfburg hat eh Zeit. Das Hochzeitswebseitenbusiness leidet, wenn coronabedingt eine Hälfte der Verlobte die Hochzeiten verschiebt und die andere Hälfte das Fest in kleinster Runde abhält.

Während sie erzählte, packte ich Ed Snowdens „Permanent Record“ weg, das fast gelesen neben mir lag. Ich wollte wissen, wie Hüpfburg ihr Backup macht. Immerhin macht sie das, was ich gerne veranstalten würde, aber bisher zu faul war. Mein Backup läuft rustikaler ab.

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Digitales Zertifikat Erklärung

In unserem Haus wohnt ein Posaunist. Vielleicht wohnt er im Nachbarhaus. Oder ein Haus daneben. Der Sound einer Posaune dringt durch Wände. Es handelt sich um das Instrument, das schon die Mauern von Jericho zum Einsturz brachte.

Soweit sind wir nicht. Der Sound der Posaune erreicht mich dezent gedämpft. Ich beschließe, dass er keinesfalls aus der Nachbarwohnung kommen kann. Keine wackelnden Wände löst das Instrument aus. Es erzeugt einen Klangteppich. Vielleicht wohnt der fleißige Mensch mit der Posaune zwei Häuser weiter. Trotz der hohen Mauer-Durchdringungs-Fähigkeit der Posaune trägt der Sound nur manchmal zu uns. Der Sound kommt aus dem Norden, rechts von meiner üblichen Position am Schreibtisch. Die Posaune spielt erdverbundener als unser hohes Stockwerk.

Nur manchmal hören wir sie. Seit März öfter. Der Verkehr vor dem Fenster erlahmte. Die Straße ist ruhiger. Der Posaunist (die Posaunistin?) übt öfter zu Hause. Angesichts der Trainingsintensität und der durch die Mauerdämpfung durchklingenden Klasse ein (Semi)Profi.

Falls ihr wissen, wollt, was die nachbarschaftliche Posaune mit dem Mensch im Cyber, mit diesem Blog, zu tun hat. Wir sind noch immer in Corona-Zeiten. Noch immer nutze ich die Gelegenheit zu den Kopfschmerzthemen für das Home Office. Willkommen in der Reihe: Homeoffice für Hartgesottene.

Nach VPN und VDI, Willkommen beim Thema, das man glücklich ignorieren kann, bis es zu spät ist. Dann ist es wirklich zu spät: Was sind digitale Zertifikate?

Was sind Zertifikate?

„Vertraue mir. Wirklich.“ Existieren Worte auf dieser Welt, die beruhigender klingen soll. Und die so geeignet sind, einem die Nackenhaare aufzustellen. Schwingt in ihnen nicht immer dieser HAL-in-Space-Odyssee-Tonfall mit? Diese Tonlage, die gleichzeitig Aufrichtigkeit vermittelt und beunruhigt? „Vertrau mir.“ Wie können die Worte mit Leben gefüllt werden? Wie lässt sich Vertrauen herstellen in einem weltweiten dezentralen Netz? Wie soll ich einem Gegenüber vertrauen, dass am anderen Ende der Welt sitzen kann, fernab aller Zugriffsmöglichkeiten?

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Kulturgeschichte des Virtual Desktops

Zähl den Corona. „Eins, zwei, zu viele.“ Läuft noch jemand ohne Home-Office-Joggingshosenwitz herum? Meine Vorstellungskraft beflügelte die Nachricht, dass bekannte Kinder seit Tagen in Unterhosen und Feuerwehruniform durch die Gegend laufen. Wir stellen uns alle Kollegen in Unterhose mit Feuerwehrhelm vor. Oder besser nicht.

Noch ein Leser, der keinen Mönch zitiert hat, welcher sagt, man solle viermal am Tag Joga machen, weil man andernfalls spontanverwahrlost? Sind die abschließenden Fragen der Videokonferenz-Etikette geklärt? Wurde das Heim-Wlan so aufgerüstet, dass es ohne Wackeln läuft? Fragen für das Home Office. Aber diese Fragen stelle ich nicht.

Fangt ihr an zu schreien, wenn ihr das Wort „Home Office“ hört? Gehen Euch die Mitbewohner auf die Nerven?

Dann wird es Zeit für die Kopfschmerzthemen. Die Themen, die die Gedanken auf die nervenden Aspekte fokussieren: Was passiert technisch?

Meine Frage, die ich angehe: Was passiert zwischen Home Office und Unternehmen? Wie kommt das Office ins Home? Wie die Unternehmensdaten? Wie kann ich gemeinsam mit Kollegen an vertraulichen Dokumenten arbeiten.

Sofern nicht die komplette Infrastruktur in „die Cloud“ abgewandert ist, stellt die Verbindung via VPN das Alltagsgeschäft des Home Offices dar. Der Rechner im Zuhause und das Intranet stellen eine verschlüsselte Verbindung auf. Datenpakete fließen vom Home zum Server und wieder zurück. Das ist der Alltag für die meisten.

Aber es ist nicht der einzige Weg.Es existieren zahlreiche weitere Lösungen. Mir hat es jetzt eine Nische angetan: der virtuelle Desktop.

Was ist ein virtueller Desktop?

Ein virtueller Desktop ist ein Desktop, der nicht existiert. Es ist eine Oberfläche, die den Anschein erweckt, ein normaler Windows-PC zu sein. Aber in Wahrheit lebt der virtuelle Desktop im Serverschrank.

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VPN im Home Office – wie funktioniert das?

Dieser Artikel hat einen Sound: Pshhhkkkkkkrrrrkakingkakingkakingtshchchchchchchchcch *ding*ding*ding*ding“. Der Sound des Dial-Up-56k-Modems.

Wir leben im Jahr 2020. Die Straßen sind menschenleer. Drohnen überwachen Ausgangssperren. Drohnen düsen in Gruppen laufende Menschen mit Desinfektionsmitteln an. In den USA versucht ein faschistisch inspirierter Clown die Gewaltenteilung abzuschaffen. Konferenzen laufen per Video über die mysteriöse Cloud. Zentral im Geschehen eine Technik, die wirkt wie aus dem Jahr 1996 hierher verirrt: Pshhhkkkkkkrrrrkakingkakingkakingtshchchchchchchchcch *ding*ding*ding*ding“.

VPN – das Virtual Private Network. Die Technik, die Millionen von Home-Arbeitern mit ihrem Unternehmen und dem Intranet verbindet. Eine Technik, die wirkt wie aus dem Jahr 1996. Eine Technik, die der Microsoft-Angestellten Gurdeep Singh-Pall im Jahr 1996 entwickelte.

Wenn ich im Home Office sitze, starte ich den VPN-Client. Dieser funkt den Server an. Der Server antwortet. Beide verständigen sich „tshchchchchchchchcch“. Die Verbindung kommt zustande *ding*ding*ding*ding“. VPN nimmt eine seltsame Zwitterstellung ein: in Funktion und Aufbau deutlich näher dem 1990er-Internet als heute. In Zeiten von Remote Working und Arbeitsnomaden zeitgemäß wie nie.

Wie funktioniert das?

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Screenshot Twitter.Top-Empfehlung. Wüste Diskussionen zu Wagenknecht.

Wie Twitter in den Wahnsinn treibt

@kellerkind71, die auf eine unprätentiöse Art meinen Horizont erweitert. Die die Fragen an Leben und Politik stellt, vor denen ich zurückweiche. @mtwirth, neben @presroi meine älteste Internetbekanntschaft, die auf ihr 20-jähriges Jubiläum zugeht. Diesen Sommer wird es soweit sein. @Fischblog, der stete Quell von Fakten wie Verkehrsunfällen, @Schwimmblog, die ultimative Kennerin der Berliner Schwimmlandschaft. Die Schwimmblase. @brodnig, die klügste deutschsprachige Stimme zum Geschehen im Internet, @zeynep, die klügste Stimme zum Geschehen im Internet.

Den Kontakt zu ihnen, verdanke ich der Social-Media-Plattform-Twitter. Und die 700 anderen Accounts denen ich Folge, die mir Freude, Infos, Sinn und Horizonterweiterung gaben. Durch Twitter lernte ich Menschen kennen und schätzen. Mehr als eine unserer Real-Life-Aktivität und Freizeitveranstaltung nahm ihren Ursprung auf Twitter. So hätte die Veranstaltung Wikipedia:Ahoi ohne Twitter nie stattgefunden.

Die Plattform schien wie eine unschuldige Idee. Schreibe in das Internet. Benutze höchstens 140 Zeichen. Das war 2006 die Revolution. Er erschuf die schnellste, aktuellste Internetplattform, die es je gab. Leider mutierte sie. Was eine Plattform für schnelle Horizonterweiterung, spielerischen Schlagabtausch und Gedankenspiele war, mutierte zum Brei aus schlechter Laune, Aggressionen und der Wiederholung des immer gleichen.

Ich folge auf Twitter einer sorgfältig gewählten Auswahl aus geistreichen, gebildeten, umfangreich interessierten Menschen. Der Brei, den der Twitter-Algorithmus daraus zusammen mischt mutiert immer mehr zu einer Ansammlung schlechter Laune, von Geschreie und mäßigen Witzchen. Ich will nicht mehr. Meine persönlichen Verluste durch Twitter-Abstinenz sind erheblich. Dennoch verbringe ich seit Jahreswechsel kaum Zeit dort. Es treibt mich in den Wahnsinn. Nicht nur mich, Twitter verbreitet systemisch Wahnsinn. Es treibt Menschen in die nervliche Überlastung.

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Scribus Screenshot Umwandeln in Umrisse

Type3 Schrift Scribus in PDF

Kruzifix! Wieder ging ein Abend dahin, die ich auf der Suche nach der Type-3-Schrift verbrachte. Ich bastelte ein neues Dokument im Open-Source-DTP-Programm Scribus und exportierte es in ein PDF. Wieder tauchten diese mysteriösen Type-3-Fo350-Schriften auf.

Screenshot aus den PDF-Dokumenteigenschaften. Angezeigt werden die Schriften Fo350 und Fo450.
Type3-Schriften „Fo350“ und „Fo450.“ Ursprünglich „Bauhaus93“. Da sind die Übeltäter.

Diese sind im digitalen PDF nicht schlimm. Nur wird meine Druckerei sie um die Ohren hauen. Denn es ist eine gute Druckerei.

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Logo des Messengers Signal / TextSecure

Ein Smartphone für Mama (I)

„Tüddelkram! Ich mach das nicht! Ich brauch das nicht!“. Der Kaptain vertritt eine eindeutige Meinung. Smartphones will sie nicht. Sie hat ein Telefon und einen Computer und ein nicht-smartes Handy. Für Entertainment kommen zwei E-Reader hinzu. Smartphones mögen ihren Nutzen haben. Aber nicht für sie.

Madame und ich haben erfolgreichere Weihnachtsgeschenke verschenkt. „Aber das ganze Dorf nutzt WhatsApp..“ Beginne ich vorsichtig. „Ach was. Wenn die was wollen, wissen sie wo ich wohne. Ansonsten freue mich, nichts von ihnen zu hören.“ So ist der Stand derzeit.

Dennoch sind wir der Meinung, dass ein Smartphone sinnvoll wäre. Nicht wegen WhatsApp. Vor allem wegen des anderen Messengers, Signal. Messenger-Dienste bedeuten um Jahr 2020 einen Zugang zur Welt, der auf anderen Wegen schwieriger wird.

Der lange Weg zum Smartphone

Noch haben wir kein Gerät besorgt. Uns ist klar, dass dies einigen Aufwand bedeutet. Solange wir den Kaptain nicht im Boot haben, ist der Aufwand nicht sinnvoll.

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