Digitales Zertifikat Erklärung

In unserem Haus wohnt ein Posaunist. Vielleicht wohnt er im Nachbarhaus. Oder ein Haus daneben. Der Sound einer Posaune dringt durch Wände. Es handelt sich um das Instrument, das schon die Mauern von Jericho zum Einsturz brachte.

Soweit sind wir nicht. Der Sound der Posaune erreicht mich dezent gedämpft. Ich beschließe, dass er keinesfalls aus der Nachbarwohnung kommen kann. Keine wackelnden Wände löst das Instrument aus. Es erzeugt einen Klangteppich. Vielleicht wohnt der fleißige Mensch mit der Posaune zwei Häuser weiter. Trotz der hohen Mauer-Durchdringungs-Fähigkeit der Posaune trägt der Sound nur manchmal zu uns. Der Sound kommt aus dem Norden, rechts von meiner üblichen Position am Schreibtisch. Die Posaune spielt erdverbundener als unser hohes Stockwerk.

Nur manchmal hören wir sie. Seit März öfter. Der Verkehr vor dem Fenster erlahmte. Die Straße ist ruhiger. Der Posaunist (die Posaunistin?) übt öfter zu Hause. Angesichts der Trainingsintensität und der durch die Mauerdämpfung durchklingenden Klasse ein (Semi)Profi.

Falls ihr wissen, wollt, was die nachbarschaftliche Posaune mit dem Mensch im Cyber, mit diesem Blog, zu tun hat. Wir sind noch immer in Corona-Zeiten. Noch immer nutze ich die Gelegenheit zu den Kopfschmerzthemen für das Home Office. Willkommen in der Reihe: Homeoffice für Hartgesottene.

Nach VPN und VDI, Willkommen beim Thema, das man glücklich ignorieren kann, bis es zu spät ist. Dann ist es wirklich zu spät: Was sind digitale Zertifikate?

Was sind Zertifikate?

„Vertraue mir. Wirklich.“ Existieren Worte auf dieser Welt, die beruhigender klingen soll. Und die so geeignet sind, einem die Nackenhaare aufzustellen. Schwingt in ihnen nicht immer dieser HAL-in-Space-Odyssee-Tonfall mit? Diese Tonlage, die gleichzeitig Aufrichtigkeit vermittelt und beunruhigt? „Vertrau mir.“ Wie können die Worte mit Leben gefüllt werden? Wie lässt sich Vertrauen herstellen in einem weltweiten dezentralen Netz? Wie soll ich einem Gegenüber vertrauen, dass am anderen Ende der Welt sitzen kann, fernab aller Zugriffsmöglichkeiten?

Weiterlesen

Kulturgeschichte des Virtual Desktops

Zähl den Corona. „Eins, zwei, zu viele.“ Läuft noch jemand ohne Home-Office-Joggingshosenwitz herum? Meine Vorstellungskraft beflügelte die Nachricht, dass bekannte Kinder seit Tagen in Unterhosen und Feuerwehruniform durch die Gegend laufen. Wir stellen uns alle Kollegen in Unterhose mit Feuerwehrhelm vor. Oder besser nicht.

Noch ein Leser, der keinen Mönch zitiert hat, welcher sagt, man solle viermal am Tag Joga machen, weil man andernfalls spontanverwahrlost? Sind die abschließenden Fragen der Videokonferenz-Etikette geklärt? Wurde das Heim-Wlan so aufgerüstet, dass es ohne Wackeln läuft? Fragen für das Home Office. Aber diese Fragen stelle ich nicht.

Fangt ihr an zu schreien, wenn ihr das Wort „Home Office“ hört? Gehen Euch die Mitbewohner auf die Nerven?

Dann wird es Zeit für die Kopfschmerzthemen. Die Themen, die die Gedanken auf die nervenden Aspekte fokussieren: Was passiert technisch?

Meine Frage, die ich angehe: Was passiert zwischen Home Office und Unternehmen? Wie kommt das Office ins Home? Wie die Unternehmensdaten? Wie kann ich gemeinsam mit Kollegen an vertraulichen Dokumenten arbeiten.

Sofern nicht die komplette Infrastruktur in „die Cloud“ abgewandert ist, stellt die Verbindung via VPN das Alltagsgeschäft des Home Offices dar. Der Rechner im Zuhause und das Intranet stellen eine verschlüsselte Verbindung auf. Datenpakete fließen vom Home zum Server und wieder zurück. Das ist der Alltag für die meisten.

Aber es ist nicht der einzige Weg.Es existieren zahlreiche weitere Lösungen. Mir hat es jetzt eine Nische angetan: der virtuelle Desktop.

Was ist ein virtueller Desktop?

Ein virtueller Desktop ist ein Desktop, der nicht existiert. Es ist eine Oberfläche, die den Anschein erweckt, ein normaler Windows-PC zu sein. Aber in Wahrheit lebt der virtuelle Desktop im Serverschrank.

Weiterlesen