Der Wikifant

Ein Gedicht von T.R. Ollbot

Es war einst ein Wikifant
der zog quer durch das Land
nicht Hunger trieb ihn, nicht Liebe dann
die Wissbegier trieb ihn voran.

Er wollte wissen von A bis Z.
Von 1 bis 100 von Ost bis West.

Was ist der kleinste Wal, das größte Insekt?
Was macht, dass Melone lecker schmeckt?
Warum ist der Himmel blau, der Rasen grün?
Warum wandern Dünen?

Fragen stürzten auf ihn ein,
sollten Antworten zu finden sein?

(Fortsetzung folgt)

Bild: Ein Wikifant. Selbst gemalt von Anneke Wolf. Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Germany

Russisches Zeckenwarnschild

Katwarn oder Nina? Warum zwei Apps?

Der Schlaf breitete seine fluffige Schaf-Haftigkeit über mir aus. Die Lichter wurden dunkel. Einzelne Gedankenfetzen huschten durch mein leeres Hirn wie Elektronen durch das All. Die Stimme des Radiosprechers verschwand im Nebel.

„Brr brr“ – das Handy vibrierte. Wieder besseren Wissens nahm ich es hoch. Schaute darauf. DJ Hüpfburg hatte geschrieben: „Willst Du nicht mal einen Roman schreiben. Der Zombieuntergang erzählt durch Hochzeits-Artikel in der New York Times?“ Mit letzter Kraft gelang es mir das Fragezeichen auf der Tastatur zu treffen und zu senden.

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Buch "Fall; or, Dodge in Hell" auf Schaffell

Fall; or, Dodge in Hell und die Realität

Schneeglöckchen trieben am Südhang des Alboinplatzes. Sonne, Vogelgezwitscher hatten Eltern und Kinder auf den Spielplatz gelockt. Sie blickten hinab, dort am Grund des Kraters, wo das ehemalige Toteisloch seinem Namen alle Ehren machte. War nach drei Tagen Sonnenschein jenseits der Grad das Frühjahr ausgebrochen, blieb der Tümpel am Grund des Platzes stoisch. Eine Eisfläche, der kälteste Ort Schönebergs – dort, wo schon Schnee lag, wenn es anderswo noch regnete, dort, wo Eisflächen waren, wenn in Berlin Menschen in kurzen Hosen einkaufen gingen.

Ich hatte mich abseits des Treibens gesetzt, las im Schatten der Auerochsenskulptur.
Ich beobachtete das Gewusel und freute mich am fotogenen Ausblick aus Eis, Sonne, Blümchen. Aus dem Auge heraus nahm ich Springen wahr, schaute hin.

Ich erblickte Z, die Freundin von DJ Hüpfburg, die linguistische Logikerin/Turnerin aus Arkansas-Mississippi, sprang‘ einen Überspagat mit gespreizten Armen vor der Kulisse. Sie sah nicht fröhlich aus: „Fucking 21. Jahrhundert. Schöne Bilder für Insta, damit die Menschen meine linguistische Mediation buchen. Der Fucking Spagat auch noch. Dabei ist Salto viel cooler. Nur nicht so fotogen. Algorithmus-gesteuerte Braindeads.“ Und sie spang wieder in die Höhe, das schönste Bühnenlächeln aufgesetzt, arme vorbildlich nach links und recht gespreizt. „Was liest Du?“

„Neal Stephenson – Fall; or, Dodge in Hell“ das Buch, das sich mit genau den Fragen auseinandersetzt. Der Autor von philosopischen Schlachtrossbüchern wie Anathem wird wieder zugänglicher. Ich bin auf Seite 240 von 883. „Dodge“ spielt in der nahen Zukunft. Die ersten Seiten laufen mehr oder weniger im Jetzt, die Haupthandlung in 20 bis 30 Jahren. Ich entdecke bisher zwei Handlungsstränge, die sich aufeinander zu entwickeln.

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Küchenmaschinen-Bot

Coolest Wikipedia Tool 2020: Pywikibot

Seit 2019 wählt das Wikiversum die coolsten Tools, die besten Hilfsmittel, um in Wikipedia und anderen Wikis zu werken. Eines davon ist der Pywikibot, der Bot aller Bots.

Schneeregen fegte waagerecht über Vorplatz des Tempelhofer Hafens. Mein Pullover war gar nicht so kuschlig und dicht wie ich ihn in Erinnerung hatte. Die Handschuhe waren im Laufe der Jahre so fadenscheinig geworden, dass eine einzelne kurze Radtour die Finger vereisen ließ.

Ein einsamer, von Weihnachten übrig gebliebener, Quarkkeulchen-Stand vor dem Tempelhofer Hafen. Seine Lichter verhießen Wärme. Der Weg dorthin: Von Entbehrungen gezeichnet. Der Wind, der einem aus allen Richtungen ins Gesicht blies, trieb die Leute davon. Sie wussten nicht wohin, denn alles war geschlossen und zu Hause wollten sie ihre Mitbewohner nicht mehr sehen. Über der Szene kreiste ein hungriger Taubenschwarm.

„Ist es nicht herrlich“, fragte ich DJ Hüpfburg. „So viel Platz! Fast das ganze Hafengelände gehört uns. Und wir können uns problemlos aus drei Meter Sicherheitsabstand anschreien.“ – Sie antwortete „Du spinnst. Es ist scheißkalt. Ich bibbere. Das letzte Mal, als ich so gefroren habe, bin ich im Rozbrat mit meiner ehemaligen Band aufgetreten: „Pierdzące Zakonnice“.

Wir spielten Prog-Punk. Kein Wasser, keine Heizung und ein sibirischer Windhauch kam aus Richtung Minsk. Wer auf Toilette wollte, hat einen Eispickel in die Hand bekommen, falls das Plumpsklo wieder zugefroren war. Und am Ende des Abends haben wir Wahlplakate im Konzertsaal verbrannt, um nicht ganz zu erfrieren.

Aber wir haben gerockt: Kasia an der Geige, die andere Kasia am Theremin, ich an der KitchenAid und Anna am Gong und an der Rezitation. So viel Kunst war nie wieder davor oder danach im Rozbrat. Leider war es den Pferden zu kalt, so dass die weiße Kutsche ausgefallen ist. Hier am Hafen ist keine Kunst. Hier ist es nur scheißkalt. Ich gehe.“

Später, im Chat. Hüpfburgs Schilderung hatte mich an ein Video erinnert, das ich kurz vorher gesehen hatte: „Wikimedia Coolest Tool Award 2020.“ in meinen Versuchen, DJ Hüpfburg für die Wikipedia und ihr Umfeld zu begeistern, postete ich ihr den Link.

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Wikidata-Sparql-Abfrage: Schwimmbäder mit Bild

SPARQL für Anfänger. Ein Versuch.

SPARQL ist wie SQL, nur mit mehr Kontext. SPARQL ist eine Datenbanksprache, die es erlaubt, das Semantic Web zu befragen. Eine Sprache, die nicht nur Daten liefert. Sie ergründet auch das logische Verhältnis zwischen diesen Daten. Zumindest in der Theorie. In der Praxis ist es schwieriger. Ein Selbstversuch mit SPARQL, Wikidata und Schwimmbädern.

Es nieselregnet. Auf dem „Street Food Market“ am Tempelhofer Hafen versucht Schlagermusik die Trostlosigkeit zu vertreiben. Hinter DJ Hüpfburg und mir steht der „Irish Pub“-Wagen, ein Fleischer-Wagen und Curry Paule. Streetfood is coming home.

Street Food kam zurück von den Hipstern, die nach dem Thailandurlaub ihre Liebe zu Street Food entdeckt haben, zu den Leuten, die schon seit Jahrzehnten Essen an Deutschlands Straßen zubereiten. Die einzigen Gäste bei Curry Paule sind die Mitarbeiter vom Irish Pub. Am Irish Pub Wagen steht niemand. Ein eisiger Herbstwind verleidet den Aufenthalt draußen. Curry Paule bietet als große Attraktion vegane Wurst. Das hätte es 1985 nicht gegeben.

DJ Hüpfburg heuchelt Interesse gegenüber meinen Rede. Wir sitzen auf den Stufen am Hafen, betrachten die wöchentlich kleiner werdende Gruppe der Freizeitboote dort. Ich erzähle die letzten Züge einer Anekdote. Es geht um Mund-Nasen-Masken und Kommunikation:

„Ich stehe also mit Madame im IKEA. Wir hoffen auf die letzten Karlhugo-Stühle. Die sind quasi immer ausverkauft. Schaust du auf die Website bei unserem Laden, siehst Du einen oder zwei. Dann wieder null. Dann einen halben Tag lang acht Stühle, dann wieder null. Wir fürchten, bald gibt es sie gar nicht mehr. Wir fürchten, IKEA nimmt sie aus dem Programm. Also online geschaut, ob sie im IKEA Schöneberg vorhanden sind. Schnell die Gelegenheit ergriffen. Wir fuhren zum Bestellschalter, natürlich brav mit Maske, wie die Dame hinter der Plexiglasscheibe auch. Die Sprache wird durch die Masken vernuschelt.

Madame: Wir würden gerne einen Karlhugo abholen.

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Telegram-Screenshot eines chinesischen Wikipedia-Channels

Telegram – Messenger nicht besser

Telegram ist der Messenger für Menschen, die ein Unbehagen an der Welt mit sich herumtragen – die aber keine Ahnung haben. Lasst die Finger von diesem Programm. Sinnvolle Alternativen sind Signal oder Threema.

Die letzten Sonnenstrahlen versuchen, den Herbst auf Abstand zu halten. Um mich herum nimmt der Anteil an Jacken-Trägern über die letzten Wochen zu. Ich verfolge im Tempelhofer Hafen seit dem Frühjahr den Anblick der Schwan-Jungen. Die entwickelten sich von niedlich über elegant zu hässlich und sehen im Oktober erwachsen aus.

Am ausgestreckten Arm rotiere ich das Handgelenk: Langsam die Faust nach oben ziehen, Arm zweimal drehen, Hand fallen lassen und wieder langsam nach oben ziehen. DJ Hüpfburg kommt herangelaufen: „Was machst Du denn?“ – „Der Mausarm-Kurs auf der App meiner Krankenkasse. High-Tech!“ Sie lächelt: „Du Hipster“

DJ Hüpfburg setzt sich. „Elendes Elend mit den Massenhochzeiten. Erst werden alle krank. Dann will niemand mehr feiern. Gut, dass die Hochzeits-Saison bald vorüber ist. Dann fällt es mir nicht so auf, wenn die Aufträge wegbleiben. Meine Güte, es muss den Menschen doch möglich sein zu heiraten, ohne eine Pandemie auszulösen.“ Sie gestikuliert mit den Händen.

Ich wundere mich „Es ist mittags – und Du hast keine Asia-Box dabei?“ Sie erzählt: Der Streetfoodwagen vor dem Ullstein Castle macht Urlaub. Außerdem war sie weiter im Norden. Ein neuer syrischer(?) Imbiss – Sairan – mit den besten Falafeln nördlich des Mittelmeers und einem göttlichen Schawarma.

Er ist neu und leider noch oft ohne Kunden. Die Falafel sind natürlich nicht vorgeformt, sondern die Masse ist vorbereitet. Die Falafel werden im Moment der Bestellung geformt. Und dieser Salat! So geschmackvoll und säuerlich wie letztens in Nahost. Sie will dort täglich kaufen, um den Imbiss zu retten. „Sairan – willkommen Orient. Direkt vor dem Rathaus Tempelhof! Geh zu Sairan!“

Ihr Telefon trötet. „Töröö!“ Ich schaue ungläubig. „Benjamin Blümchen auf deinem Handy?“ – „Bei mir tröten Telegram-Nachrichten von Unbekannten. Neuer spannender Kunde hoffentlich. Telegram-Anfragen sind die spannendsten. Und die anstrengendsten.“

Ich: „Aha.“

Sie: „WhatsApp machen alle. Signal und Threema sind für anstrengende Leute, die alles besser wissen. Telegram-Nutzer sind die, die keine Ahnung aber eine Meinung haben. Furchtbare Technik. Aber spannende Kunden.“

Das Versprechen von Privatsphäre

Messenger-Dienste entstanden im weiten Raum zwischen Kurznachrichten, Chat und Social Media. Sie bieten die Möglichkeit, private Nachrichten auszutauschen, ebenso wie sich in Gruppen zu unterhalten. Ihr natürlicher Lebensraum ist das Smartphone.

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Tab Mix Plus Ansicht der Einstellungen

Tab Mix Plus ist zurück

Tab Mix Plus für den Firefox-Webbrowser war die beste Erweiterung, die es gab. Leider fiel sie 2017 einer Firefox-Änderung zum Opfer. Aber es gibt Hoffnung. Man muss nur einen anderen Browser installieren, verschiedene Sicherheitsfeatures ignorieren und eine Datei installieren. Und Tab Mix Plus ist wieder da. Hurra.

Ich sitze im Schlosssaal von Ullstein Castle, geflüchtet vor dem plötzlichen Tempelhofer Sturzregen. Gedanklich verarbeite ich die Erkenntnis, dass es theoretisch möglich ist, von Italien nach Berlin zu schwimmen: Über den Lago del Predil, entlang einiger Nebenflüsse in Italien, Österreich und Slowenien, weiter entlang der Drau, die bei Osijek in die Donau mündet und dann über die Donau und verschiedene Kanäle bis nach Berlin.

Mangels anderer Beschäftigungen beobachte ich das Kreiseln der Rollatoren. Die Schlossherren von Ullstein Castle haben die den direkten Zuwege von der Straße zu den Arztpraxen geschlossen. Nun gilt es einen schlecht ausgeschilderten Weg quer durch das Gebäude zu nehmen.

Die Generation „Wir-haben-die-Beatles-noch-live-gesehen“ irrt in Kreisen durch die Schlosshalle. Sie fragen sich gegenseitig, wo der Fahrstuhl zu den Ärzten ist. Dann kreiseln sie weiter. Coronabedingt ist der kleine Imbiss in der Halle nicht besetzt. Ich habe meine Freundlichkeit an den Erklärungen damit erschöpft, verzweifelt schauenden Menschen zu erläutern, dass die Schufa bereits vor Jahren auszog und keine Adresse hinterlassen hat.

DJ Hüpfburg kommt herein. In der Hand die Nummer 3 (Red Thai Curry mit Tofu) vom Asia-Snack-Wagen. Vor Freude fast hüpfend. Ich wundere mich „Hat die PiS doch noch die Präsidentschaftswahl verloren?“

Kurz weicht die Freude aus ihrem Gesicht. „Ach. Hoffnung ist die Mutter aller Dummköpfe. Ich muss weiter in Berlin bleiben. Ich hoffe nur, dass es keine Hochzeit mit Massen-Coronaausbruch gibt. Das wären wieder drei Monate keine Aufträge. Dann kann ich mich wieder in der Wohnung einschließen und meine Flaschengärten betrachten.“

Ich frage nach „Okay, keine Politik. Was freust du dich?“ Sie strahlt „Ich habe meine Faulheit überwunden: Tab Mix Plus ist wieder da!“ Ich staune „DAS Tab Mix Plus? Das legendäre, verschwundene Firefox-Plugin.“ – „Genau das.“ – „Aber ich dachte das geht gar nicht mehr mit Firefox.“ – „Geht auch nicht. Aber es gibt andere Browser.“ – Ich: „Internet Explorer!“. Ich bilde mir ein, dass ihre Mundwinkel amüsiert zucken.

„Na egal. Ich muss zu meiner Dark Academia Remote Live Rollenspiel Runde. Such nach Palemoon und dem Classic Add-ons Archiv“. Und sie verschwindet.

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Gif, das Auseinander- und Zusammenklappen der Seitenleiste demonstriert.

Seitenleiste Wikipedia nötig?

Wikipedia soll schöner werden.

Ich sitze am Teltowkanal. An mir ziehen die Mittagspausenspaziergänger aus Finanzamt, Arbeitsamt, Ufa-Fabrik und Ullstein Castle vorbei. Ich schaue sie nur aus den Augenwinkeln heraus an. Ich lerne italienisch. Dazu wähle ich Kacheln in der Sprachlern-App „Duolingo“ aus. Duolingo gibt Sätze vor, ich klicke auf dem Handy die entsprechenden Wörter aus einer kleinen Auswahl an.

„Ich trinke den Tee“ – Ich wähle die Kacheln „Io“ und „bevo“, „il“ und „té“. „Io bevo il té.“

„Das schwarze Pferd kauft rosa Hosen“ – Il cavallo nero compra i pantaloni rosa.

„Die Vögel spielen Flöte“ – Gli uccelli sounano il flauto.

„Mario und Luigi sind Klempner“ – Mario e Luigi sono idraulici.

Ich erreiche den fortgeschrittenen Teil oder Übung. Ich darf keine Kästchen mehr anklicken. Die Wörter sind nicht vorgegeben. Ich muss selber den Text schreiben, die entsprechende grammatikalische Form kennen. In die nächste Runde komme ich erst, wenn ich den ganzen Satz fehlerfrei auf der Handytastatur tippe. Duolingo gibt vor:

„Du hast mir gesagt, dass er jeden Montag im Sommer zu ihr kommen würde, damit sie nachmittags die Kaninchen auf dem Hügel in der Stadt mit dem rohen Gemüse füttern können.“ – WHAT?

Zum Glück erlösen mich Schritte. Ich höre DJ Hüpfburg den Kiesweg am Kanal entlang laufen. Hüpfburg war kurz beim Asia-Streetfood-Wagen und hat sich die Nummer 9 gekauft (Reis mit Huhn). Sie läuft den Weg hinunter, grinsend. „Ich hoffe wir werden die PiS endlich los.“ Sie freut sich über die polnischen Präsidentschaftswahlen.

„Ist Dir aufgefallen, dass ich tiefer deutsch rede als polnisch. Hat meine Freundin letztens bemerkt. Mit der Freundin rede ich in beiden Sprachen. Habe ich nie gemerkt. Aber sie hat recht. Wenn ich deutsch rede, rutsche ich nach unten. Oder nach oben wenn ich polnisch rede.“

Ich: „Nein“.

Sie: „Du hast doch letztens von den Wildbienen und dem Befruchten erzählt. Ich hab‘ jetzt von Z gehört, dass in Japan Befruchtung per Seifenblasen getestet wird. Nicht so effektiv wie Bienen aber besser als Befruchtung von Hand. Die Seifenblasen werden mit Pollen bestäubt und dann über die Pflanzen geblasen. Stand wohl in der New York Times. Fiel mir wieder ein, als ich letztens vor dem Rathaus Schöneberg eine Hochzeit mit vielen Seifenblasen gesehen hab. Vielleicht steht ja in Deiner Wikipedia was dazu.“

„Es ist nicht meine Wikipedia!“

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Windows-Eingabemaske mit Befehl ipconfig /release

„Verbunden, kein Internet“– Was tun?

Familie Schwan paddelt auf mich zu. Eine leuchtend weiße Schwanin schwimmt voran. Ein Schwan wacht am Ende. Zwischen ihnen paddeln fünf Küken. Ich denke vor mich hin: „Die Schwanenkinder sind entgegen dem Märchen kein bisschen hässlich. Sie tragen ein elegant graues Daunenkleid, mit einem Grau-blauen-Schnabel dessen Farbe jeden Anzugmacher vor Neid erblassen lässt.“

Meine Kopie von Lenins „Was tun?“ liegt aufgeschlagen neben mir. Ich muss auf die Küken im Tempelhofer Hafenbecken achten, kann nicht lesen.

DJ Hüpfburg kommt im schwarz-weißen Sommerkleid auf mich zu. In der Hand B2 (Nudeln mit Huhn) vom Asia-Imbiss. „Schau mir ins Gesicht“, fordert sie mich auf. „Sieht die rechte Hälfte besser aus als die linke?“ Ich bin verblüfft.

Ich schaue so gut ich aus 1,5 Meter Entfernung schauen kann, finde, dass die beiden Hälften recht gleich aussehen. Hüpfburg: „Dachte ich es mir. WandWand taugt nichts.“ Mein Gesichtsausdruck sagt, dass ich nichts verstehe.

Hüpfburg erklärt. Sie gibt Webinare für zukünftige Schwiegereltern. Damit die Schwiegereltern sich in dieser Rolle zurechtfinden. Niemand will Helikopter-Schwiegereltern! Seitdem die Webinare bekannt sind, wird Hüpfburg mit Kosmetik-Werbeartikeln überhäuft. WandWand ist ein Elektronikstift, der mit Hilfe von Radiowellen die Gesichtshaut straffen soll. Sie hat ihn eine Woche auf der rechten Gesichtshälfte angewendet. Aber sie sieht keinen Unterschied.

„Ekelst Du Dich vor Füßen?“, fragt sie. Nun bin ich endgültig sprachlos. „Ach, egal. Da hinten ist Z. Die werde ich fragen.“ Ich frage „Sätt?“. Ne, „Z wie der Buchstabe. Amerikanisch ausgesprochen. Za’Shonda Zacharee Zwickenberger. Habe ich sie Dir nicht vorgestellt? Die einzige Frau, die ich kenne, die einen Master-Abschluss in Kunstturnen und Linguistischer Logik hat. An der University of Southern Arkansas in Northern Mississippi. Z wird die Hornhautsocken testen.“

Wir gehen hinüber. Ich versuche in einem Gewirr von Armen und Beinen, den Kopf zu sehen. „Hi, sorry, Competitive Yoga.“ Ich suche das Gesicht. „Wird bis 2021 noch olympisch. I need to practise.“ Jetzt sehe ich unter dem Knie die Sprecherin.

Z ergänzt: „Danke Hüpfburg für das /iprelease. Läuft super.“ Mein Gesichtsausdruck an diesem Nachmittag wird nicht intelligenter.

„Verbunden, kein Internet“

Kennst Du nicht dieses WLAN-Problem? Der WLAN-Router läuft. Die WLAN-Verbindung ist super. Aber du kommst nichts ins Internet. Wenn Du genauer schaust, steht in der Task Bar „Verbunden, kein Internet.“ Entdecken jetzt viele Leute im Home Office, wenn lauter neue Geräte im WLAN hängen. „Verbunden, kein Internet.“ Der Fluch des Home Offices.

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